Was kostet eine Woche satt werden?
Warenkorb Preisrecherche Trier: Unsere Jugendlichen rechnen nach – für Berlin
Was kostet eine Woche satt werden? Bei unserer Warenkorb Preisrecherche in Trier gehen Jugendliche aus Jugend bewegt Trier-West genau dieser Frage auf den Grund. Die Frage klingt einfach. Ist sie aber nicht. Deshalb machen sich unsere Jugendlichen in den kommenden Wochen an die Arbeit – mit Taschenrechner, Einkaufszettel und einem klaren Auftrag: selbst herausfinden, was Essen wirklich kostet.
Zehn Einkaufskörbe, zehn Lebensrealitäten
Der Ausgangspunkt ist eine Sammlung von zehn ganz unterschiedlichen Wochen-Warenkörben: vom ausgewogenen Standard-Einkauf über vegetarische und vegane Varianten bis hin zum absoluten Sparmodell – dem Warenkorb, der zeigt, was passiert, wenn wirklich jeder Cent zählt. Dazu kommen ein Bio-Warenkorb, ein regionaler Warenkorb mit Zutaten vom Wochenmarkt, ein Warenkorb ganz ohne bekannte Markennamen, die Planetary Health Diet und sogar ein Notvorrat nach den Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Jeder dieser Körbe steht für eine andere Art zu leben – und zu sparen. Die Aufgabe der Jugendlichen: für jeden Warenkorb echte Preise ermitteln. Nicht geschätzt, nicht aus dem Internet abgeschrieben, sondern selbst recherchiert – mit Einkaufszettel und Kamera bei Edeka und Lidl. Die Jugendlichen lesen die Preise direkt am Regal ab und tragen sie in ihre Listen ein. Dazu fotografieren sie die Lebensmittel, die später auf den Plakaten zu sehen sein werden.
Warum die Preisrecherche mehr ist als Mathe-Hausaufgaben
Bevor die Gruppe überhaupt mit dem Rechnen beginnt, steht ein anderer Termin auf dem Programm: Gemeinsam schauen wir uns an, wie der Staat den sogenannten Regelsatz berechnet – also das Geld, das Menschen in der Grundsicherung monatlich für Essen, Kleidung und den Alltag zur Verfügung haben. Mit einem einfachen Bild aus dem Schulalltag – der „Klassenfahrt-Kasse“ – wird nachvollziehbar, warum diese Zahl so entsteht, wie sie entsteht: Es werden nicht alle Familien gefragt, sondern nur ein kleiner Ausschnitt der einkommensschwächsten Haushalte. Aus deren Angaben wird eine Liste gebaut, aus der wiederum Posten gestrichen werden. Und die daraus entstehende Zahl bleibt jahrelang fast gleich – auch wenn im Supermarkt längst alles teurer geworden ist.
Wer das einmal verstanden hat, schaut auch auf die eigenen Einkaufszettel anders. Genau das ist der Kern des Projekts: Man kann nur etwas verändern, wenn man weiß, wie es funktioniert. Das gilt für Erwachsene genauso wie für Jugendliche – und unsere Kids nehmen diesen Anspruch ernst. Wer sich näher mit dem Thema Armut in Deutschland beschäftigen möchte, findet zum Beispiel bei der Nationalen Armutskonferenz (www.nationale-armutskonferenz.de) weiterführende Informationen.
Vom Einkaufszettel zum Plakat für Berlin
Am Ende der Preisrecherche entsteht aus jedem Warenkorb ein Plakat: übersichtlich, klar, mit den echten Zahlen und echten Fotos der Lebensmittel aus Trier. Diese Plakate werden nicht nur bei uns hängen. Sie reisen nach Berlin – zum Gipfel gegen Ungleichheit 2026, der vom 30. September bis 1. Oktober in Berlin-Kreuzberg stattfindet. Im Rahmen des dort eingebetteten Treffens der Menschen mit Armutserfahrung gestalten unsere Jugendlichen die Plakate für einen Workshop und bringen damit Trierer Zahlen und Trierer Handschrift auf eine bundesweite Bühne.
Das ist für eine Jugendgruppe aus Trier-West keine Kleinigkeit. Es bedeutet: Was hier vor Ort erarbeitet wird, findet Gehör – bei Menschen, die selbst von Armut betroffen sind, und im Austausch mit Politik und Fachöffentlichkeit.
Macht mit bei der Warenkorb Preisrecherche!
Ihr seid ab der 5. Klasse, wohnt in Trier-West oder geht dort zur Schule – und habt Lust, mitzurechnen? Dann seid ihr bei uns genau richtig. Das Projekt ist ein außerschulisches Angebot: Ihr recherchiert Preise, gestaltet Plakate und lernt nebenbei, wie Politik und Zahlen zusammenhängen. Das macht sich später übrigens auch richtig gut in Bewerbungen für eine Ausbildung. Meldet euch bei uns , wenn ihr dabei sein wollt.
Auf geht’s – für Berlin
Los geht’s: Unsere Jugendlichen schwärmen mit Einkaufszetteln und Kamera aus, checken Preise und knipsen Lebensmittel für die Plakate. Wir halten euch auf dem Laufenden – bis alles fertig ist und nach Berlin reist.
Neugierig auf die Zahlen? Dann schaut hier immer mal wieder vorbei.
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